Vegan zu backen ist schwierig? Mit nichten! Denn tatsächlich sind viele Weihnachtsklassiker schon quasi von Haus aus ohne Tierprodukte oder lassen sich wirklich ganz einfach anpassen. Das wollen wir Ihnen heute beweisen, indem wir 5 leckere Rezepte für vegane Plätzchen vorstellen, die sich ganz einfach umsetzen lassen.

Vegane Plätzchen leicht gemacht

Kaum etwas verbindet man so tief mit Weihnachten, wie dieser besondere Duft von frischgebackenen Plätzchen. Als Kinder war es immer ein absolutes Highlight, wenn endlich die Ausstechförmchen herausgekramt worden sind und man die vielen lustigen Kekse dann nach dem Backen so herrlich bunt mit Streuseln, Schokolade oder Zuckerguss verzieren konnte. Doch damit ist es wohl vorbei, wenn man sich für eine vegane Lebensweise entschieden hat? Wir sagen: Aber nicht doch!

Denn tatsächlich basieren viele Rezepte für Weihnachtsklassiker ohnehin auf einem Mürbeteig. Dieser enthält von Haus aus keine Milch oder Eier und die Butter lässt sich ganz einfach durch pflanzliche Margarine ersetzen. Doch das ist nicht der einzige Weg, um tierische Lebensmittel auszutauschen. Hier haben wir eine kleine Übersicht für Sie:

  • Butter: Austauschbar durch vegane Margarine, mildes Olivenöl, Mandelöl, ungeröstetes Sesamöl oder auch Nussmus.
  • Kuhmilch: Lässt sich durch Sojamilch, Mandelmilch oder andere pflanzliche Alternativ-Drinks ersetzen
  • Honig: Kann mit Agavendicksaft, Ahornsirup oder Zucker ausgetauscht werden.
  • Eier: Ei-Ersatz aus dem Reformhaus ist eine Möglichkeit, ansonsten funktioniert auch ½ Banane pro Ei oder Apfelmus.
  • Eischnee: Als besondere Variante kann dafür Kichererbsenwasser (auch „Aquafaba“ genannt) verwendet werden. Kurz etwas einkochen und dann aufschlagen.
  • Schokolade: Hier arbeitet man ohnehin im Teig meist mit Backkakao, der vegan ist. Viele Kuvertüren bestehen zudem nur aus Kakaomasse und Zucker. Hier aber unbedingt genau die Zutatenliste studieren! Zartbitter (über 60% Kakaogehalt) enthält ebenfalls nur im Ausnahmefall noch Milch und ist darum auch meist vegan.

Oh es riecht gut: 5 Rezepte für vegane Plätzchen

In unserer Weihnachtsbäckerei geht es gar nicht viel anders zu als in anderen. Bei uns gibt es die gleichen Weihnachtsklassiker zu naschen, nur dass diese ohne tierische Produkte gebacken werden. Dabei muss aber auf kein Aroma verzichtet werden. Selbst die typischen Butterplätzchen lassen sich vegan herstellen und dabei ganz vielseitig abwandeln! Entdecken Sie im Folgenden unsere Rezeptideen.

Vor weihnachtlicher Deko liegen einige Vanillekipferl.

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Kipferl

Die kleinen gebogenen Halbmond-Plätzchen sind süß und fein, ohne allzu schwer im Magen zu liegen. Die traditionelle Vanille-Variante lässt sich ganz einfach veganisieren.

Vanillekipferl Zutaten:

  • 250 g Mehl (Typ 405)
  • 2 Pck. Vanillezucker (nicht Vanillin)
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Mandeln, gemahlen
  • 200 g pflanzliche Margarine
  • 75 g Zucker
  • 100 g Puderzucker
  • 2 Vanilleschoten

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben.
  2. Verkneten Sie Mehl, Vanillezucker, Salz, Mandeln, Margarine und Zucker gründlich miteinander.
  3. Aus dem entstandenen Teig nun die Kipferl formen.
  4. Die Plätzchen auf ein Backblech mit Backpapier legen und für 10-12 min bei 175°C Umluft oder 200°C Ober/Unterhitze backen.
  5. In der Zwischenzeit den Puderzucker mit dem Mark der Vanilleschoten vermischen.
  6. Nach dem Backen die noch heißen Kipferl in der vorbereiteten Vanille-Puderzucker-Mischung wälzen.
  7. Alles gut auskühlen lassen.

Sie haben Lust auf etwas Abwechslung? Dann sollten Sie die Kipferl mit Lebkuchengewürz aufregend neu interpretieren! Hier die abgewandelte Rezpetversion:

Zutaten (40-50 stk):

  • 140 g Dinkelmehl, Typ 1050
  • 125 g pflanzliche Margarine
  • 65 g Rohrohrzucker
  • 100 g Mandeln, gemahlen
  • 7 g Lebkuchengewürz
  • 1 ½ g Lebkuchengewürz, zum Wälzen
  • 6 EL Rohrohrzucker

Zubereitung:

  1. Rühren Sie die Margarine mit dem Zucker und Lebkuchengewürz schaumig.
  2. Die Mandeln und das gesiebte Mehl zügig einarbeiten.
  3. Kneten Sie alles zu einem geschmeidigen Teig.
  4. Wickeln Sie den Teig in Frischhaltefolie und stellen ihn für 30 min kalt.
  5. Den Ofen auf 180°C (Ober/Unterhitze) vorheizen.
  6. Nun die Kipferl formen. Dazu den Teig in ca 4 cm dicke Stangen teilen, jeweils eine ca. 1 cm dicke Scheibe abschneiden und zwischen den Handflächen zu Kipferl formen.
  7. Die Plätzchen nicht zu dicht auf ein Backblech mit Backpapier legen.
  8. Die Kipferl 12-15 min backen bis sie gold-gelb sind.
  9. Derweil den Rohrzucker mit Lebkuchengewürz auf tiefem Teller vermengen.
  10. Die noch heißen Kipferl darin wälzen, danach auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und anschließend in einer luftdichter Box kühl und dunkel aufbewahren.
Auf einer schwarzen, bemehlten Oberfläche liegen mehrere mit Marmelade gefüllte Doppel-Plätzchen.

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Butterplätzchen

Zugegeben, eigentlich sind es ja gar keine richtigen Butterplätzchen mehr. Aber der Name steht für die ganz klassischen Mürbeteig-Kekse, die mit niedlichen Ausstechförmchen und bunter Verzierung Kinderherzen höher schlagen lassen. Und das Geniale an ihnen: Sie lassen sich wirklich einfach vegan herstellen!

Zutaten:

  • 300 g Mehl
  • 100 g Rohrzucker
  • 200 g Margarine
  • 2 TL Weinsteinbackpulver
  • ½ TL Vanille
  • ½ Glas Marmelade, (Kirsch oder Johannisbeere mit Apfeldicksaft gesüßt)
  • Puderzucker
  • Nüsse
  • 1 unbehandelte Zitrone

Zubereitung:

  1. Kneten Sie alle Zutaten außer der Marmelade und dem Puderzucker zu einem Teig.
  2. Lassen Sie diesen 30 min im Kühlschrank ruhen.
  3. Rollen Sie den Teig anschließend auf einer bemehlten Arbeitsfläche aus.
  4. Nun nach Belieben die Plätzchen ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen.
  5. Im vorgeheizten Ofen die Plätzchen bei 180°C ca 10 min backen.
  6. Anschließend nach Vorliebe verzieren.

Wünschen Sie sich eine etwas raffiniertere Variante dieser veganen Plätzchen? Dann haben wir hier noch drei leckere Ideen für Sie. Dazu brauchen Sie nur wenige weitere Zutaten, die Sie sicher ohnehin zu Hause haben werden.

Spitzbuben

Die mit Marmelade gefüllten Doppelkekse lassen sich ganz einfach herstellen. Entweder Sie stechen eine Form in zwei unterschiedlichen Größen aus oder sie verwenden einfach 2x die gleiche Größe und stechen in einen der Kekse immer noch mittig ein Loch. Die Kekse werden dann wie gewohnt gebacken.

Sind die Plätzchen dann ausgekühlt, können Sie etwas Marmelade in einem Topf erhitzen und dann immer einen Klecks davon auf die Unterseite des Keks geben (der größere oder der ohne Loch). Dann die Oberseite (der kleinere oder der mit dem Loch) vorsichtig aufsetzen und anschließend mit Puderzucker bestäuben. Fertig sind die Spitzbuben.

Nussplätzchen

Für diese Variante einfach den Teig noch mit etwas Spekulatiusgewürz anreichern und dann wie oben beschrieben weiter verarbeiten. In die fertig ausgestochenen aber noch nicht gebackenen Plätzchen drücken Sie dann gemischte Nüsse. Die Kekse dann bei 180°C Umluft / 200°C Ober/Unterhitze für 10 min backen. Anschließend können Sie die Plätzchen mit Puderzucker bestäuben und auskühlen lassen. Auch ein paar Spritzer geschmolzener veganer Kuvertüre sind dazu wunderbar lecker. Danach in einer Dose aufbewahren.

Plätzchen mit Zitronenglasur

Hier können Sie bereits in den Teig etwas Abrieb einer unbehandelten Zitrone einarbeiten. Nach dem Backen lassen Sie die Plätzchen dann auskühlen. Währenddessen verrühren Sie 1 Esslöffel Puderzucker mit ganz wenig Zitronensaft, bis eine dicklüssige Masse entsteht. Diese Glasur können Sie auch mit veganer Lebensmittelfarbe oder Fruchtpulver noch einfärben und damit dann die Kekse verzieren. Alternativ lässt sich das auch gut mit einer unbehandelten Orange umsetzen.

Neben einigen Zimtstangen und etwas Sternanis liegen einige Tannenzweige und Zimtsterne.

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Zimtsterne

Für viele sind Sie der Inbegriff der Weihnachtsleckerei: Zimtsterne. Innen noch so wunderbar weich, außen aber aufregend knackig. Sie in vegan zu backen, ist zum Glück gar nicht weiter schwer.

Zutaten (ca 60 Stk.):

  • Teig
    • 200 g Puderzucker
    • 2 EL Zimt
    • 8 EL Wasser
    • 1 EL Zitronensaft
    • 200 g gemahlene Haselnüsse
    • 200 g gemahlene Mandeln
    • 1 EL geriebene Orangenschale
  • Glasur
    • 150 g Puderzucker
    • etwas Wasser
    • 1 TL Zimt

Zubereitung:

  1. Vermengen Sie alle Teigzutaten außer dem Mehl miteinander, bis eine sehr klebrige Masse entsteht.
  2. Bestäuben Sie die Arbeitsfläche mit Mehl und rollen den Teig ca 1 cm dick aus.
  3. Lässt sich der Teig nur schwer verarbeiten, kann nach und nach das Mehl untergeknetet werden.
  4. Den Backofen auf 230°C vorheizen.
  5. Mit einer Sternform die Plätzchen ausstechen und auf einem Backblech mit Backpapier auslegen.
  6. Teigreste wieder zusammenkneten, neu ausrollen und weiter ausstechen, bis möglichst alles aufgebraucht ist.
  7. Die Plätzchen ca 5-7 min backen.
  8. Anschließend auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Achtung: Die Kekse sind erst noch relativ weich, werden aber fester.
  9. Währenddessen eine Glasur aus Puderzucker und Zimt mit sehr wenig Wasser anrühren. Ist sie noch zu dünn, etwas mehr Puderzucker hinzugeben, bis eine dickflüssige Masse entsteht.
  10. Abschließend die abgekühlten Sterne mit der Glasur bestreichen.

Kokosmakronen

Sie sind leicht und knusprig, ein wahres Wundergebäck: Kokosmakronen. Sie brauchen nur wenig Zutaten und sind schnell gebacken. Doch dass man sie auch vegan herstellen kann, ist für Viele sicherlich neu.

Zutaten:

  • 70 ml Hafermilch
  • 200 g Puderzucker
  • 200 g Kokosraspeln
  • 1 Msp. Backpulver
  • 100 g vegane Zartbitterkuvertüre

Zubereitung:

  1. Geben Sie die Hafermilch in eine Schüssel und rühren den Puderzucker nach und nach mit einem Schneebesen unter bis er sich komplett aufgelöst hat.
  2. Vermengen Sie die Kokosraspeln mit dem Backpulver und heben es ebenfalls zügig unter.
  3. Den Backofen auf 160°C vorheizen, ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  4. Mit 2 Teelöffeln kleine Teignocken auf das Blech setzen.
  5. Die Makronen für ca. 15 min backen bis sie leicht gebräunt sind. Danach gut auskühlen lassen.
  6. Hacken Sie inzwischen die Kuvertüre klein und schmelzen sie über einem Wasserbad. Mit der flüssigen Schokolade können Sie die Makronen dann nach Belieben verzieren.

Florentiner

Nüsse und Trockenfrüchte sind ganz übliche Zutaten für Weihnachtsleckereien. Sie waren früher auch pur gern als Gabe für Kinder gesehen. Doch noch etwas leckerer sind sie als Florentiner, die sich ebenfalls ganz leicht veganisieren lassen.

Zutaten (ca. 35 Stk.):

  • 25 g kandierter Ingwer
  • 35 g getrocknete Cranberrys
  • 50 g Belegkirschen
  • 150 g pflanzliche Margarine
  • 165 g Zucker
  • 20 g goldklarer Sirup Karamell
  • 100 g Mehl
  • 100 g Mandelstifte
  • 100 g gehackte Nüsse oder Kerne (z. B. Pistazien, Walnüsse, Macadamianüsse)
  • 30 g Zitronat
  • 30 g Cornflakes
  • 150 g Zartbitterkuvertüre (vegan)

Zubereitung:

  1. Hacken Sie zunächst den Ingwer, die Cranberrys und Kirschen klein.
  2. Geben Sie Margarine, Zucker und Sirup in einen Topf und kochen alles unter Rühren bei mittlerer Hitze auf. Dann vom Herd ziehen.
  3. Anschließend Mehl, Mandeln, Nüsse, Ingwer, Cranberrys, Kirschen, Zitronat und Cornflakes unter Zuckermasse rühren.
  4. Den Backofen auf Umluft 150°C vorheizen und Backbleche mit Backpapier auslegen.
  5. Immer einen Esslöffel der Masse mit etwas Abstand zum nächsten aufs Blech setzen (ca 9 Plätzchen pro Blech).
  6. Die Florentiner ca. 10 min backen bis ihre Ränder goldbraun werden.
  7. Dann die Plätzchen herausnehmen und kurz abkühlen lassen, bevor sie dann auf einem Kuchengitter ganz erkälten können.
  8. Währenddessen die Kuvertüre klein hacken und im Wasserbad schmelzen.
  9. Die Florentiner auf der glatten Unterseite mit der flüssigen Schokolade bestreichen und dann trocknen lassen.

Vegane Plätzchen – lecker und lustig wie eh und je

Sie sehen also, Plätzchen sind sehr gut vegan möglich. Da zur Tradition der Weihnachtsplätzchen aber irgendwie auch das Verzieren mit dazu gehört, wollen wir zum Schluss auch dazu noch ein paar Tipps geben. Denn leider sind nicht alle gängigen Produkte unbedenklich. Die Klassiker – bunte Streusel – enthalten zum Beispiel häufig Karmin, ein roter Farbstoff, der aus Läusen gewonnen wird (E120). Darauf sollten Sie beim Kauf unbedingt achten, denn er kann auch z.B. in Belegkirschen oder in roter Lebensmittelfarbe eingesetzt werden. Es gibt aber auch Produkte, die darauf verzichten.

Alternativ empfehlen wir, die veganen Plätzchen mit natürlicher Dekoration auszustatten, also Nüsse (z.B. Walnuss, Mandeln, aber auch als Plättchen oder Splitter), Trockenobst (z.B. Rosinen, Cranberrys usw. auch gern klein gehackt) und Saaten (z.B. Sesam, Hanfsamen oder Mohn). Auch Kokosflocken ergeben einen tollen Hingucker, insbesondere, wenn sie in einem See aus veganer Schokolade bzw. Kuvertüre liegen. Auch Krokant ist eine leckere Deko: Einfach Haselnusssplitter und Zucker zusammen erwärmen und dann genießen.

Und Wie bereits erwähnt, geschmolzene vegane Schokolade bzw. Kuvertüre ist ein Klassiker, der nahezu alles verfeinert, genauso wie Zuckerguss. Und wer mag – es gibt inzwischen auch vegane Schokolinsen am Markt, mit denen man lustige Gesichter auf Plätzchen legen kann. Probieren Sie sich einfach aus, denn die vegane Welt schränkt absolut nicht so ein, wie ihr Ruf es manchmal wirken lässt!

Quellen
www.chefkoch.de/…/Vegane-Plaetzchen-25-Rezepte-ohne-tierische-Produkte.html
www.chefkoch.de/…/Vanillekipferl.html
www.chefkoch.de/…/Lebkuchen-Dinkel-Kipferln.html
www.chefkoch.de/…/Ausstecherle-und-Doppeldecker.html
www.nicole-just.de/520-rezept-fur-vegane-weihnachtsplatzchen.html
www.peta.de/veganebackrezepte
www.peta.de/zimtsterne
www.peta.de/kokosmakronen
www.lecker.de/florentiner-cookies-67756.html
www.vegpool.de/…/vegane-plaetzchen-dekorieren.html